Berichte und Hinweise

Informationen zum Lehrgang hier.

Informationen zu den jeweils eintägigen Lehrgängen hier.

Die Termine für die Hundeprüfungen 2024 sind hier abrufbar.

Jagdscheinerteilung und -verlängerung nicht mehr im Kreishaus

Bislang wurden die Jagdscheine auch im Bürger-Service im Kreishaus in Detmold erteilt. Aus organisatorischen Gründen nimmt dies ab dem 1. Januar 2024 die Untere Jagdbehörde des Kreises Lippe in die Hand. Diese hat ihren Standort nicht im Kreishaus, sondern im Verwaltungsgebäude im Braunenbrucher Weg 18 in Detmold (nahe Arbeitsagentur/Jobcenter).


Die Antragsunterlagen können weiterhin per Mail, per Post oder persönlich eingereicht werden. Dies ist auch im Bürger-Service weiterhin möglich, allerdings werden die Dokumente anschließend zur weiteren Bearbeitung an die Untere Jagdbehörde weitergeleitet. Mit dem Jahreswechsel werden auch nur noch dort die verlängerten Jagdscheine ausgehändigt bzw. von dort aus versandt.

– detaillierte Informationen zum Verfahren hier

– Antragsformular hier

Informationen zur Anfahrt Schießstand Krentrup

Die L 751 (Oerlinghauser Straße) ist vom Kreisverkehr “Ostwestfalenstraße” in Richtung Krentrup gesperrt – bitte kalkulieren Sie bis April 2024 ggf. längere An- und Abfahrtszeiten ein. Weitere Hinweise hier.

Lippische Jagdschützen weiter in der Erfolgsspur – Alexander Sprick und Jens Bork Bundesmeister

Nach den Erfolgen bei den Landesmeisterschaften im Jagdlichen Schießen errangen lippische Jäger auch auf Bundesebene Titel.

Alexander Sprick (Hegering Lügde-Köterberg) kehrte als Sieger in der Kombination der Altersklasse von den Bundesmeisterschaften zurück. 332 Punkte erzielte der Routinier bei schwierigen Bedingungen in Bremgarten (bei Freiburg im Breisgau). Die extreme Hitze stellte besondere Herausforderungen an Konzentration und Physis der über 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, dennoch räumte Sprick 28 der 30 Wurftauben ab und erzielte in den vier Büchsendisziplinen 192 von 200 Ring. Sprick war mit diesem Spitzenergebnis Teil der NRW-Mannschaft, die sich den Bronzerang sicherte.

Gold und Silber errang Jens Bork (Hegering Passadetal) mit der Kurzwaffe. Seine 193 Ring bescherten ihm in der Einzelwertung den 2. Platz mit nur einem Ring Rückstand hinter dem Sieger aus Baden-Württemberg. Souverän fuhr Jens Bork mit seinen vier Mitstreitern aus NRW den Mannschaftstitel ein. Sein Spitzenergebnis trug wesentlich zum Vorsprung von 10 Ring bei.

“Unser Daumendrücken auf Distanz war sicherlich der geringste Beitrag für die Titel“, so Dirk Reese, Vorsitzender der Kreisjägerschaft Lippe e.V., “entscheidend waren die auf den Punkt gebrachten Leistungen beider, die nur mit Ruhe und Training auf den Schießständen in Krentrup und Lückhausen möglich sind – Top-Leistungen von Jens Bork und Alexander Sprick.“

Ulrich Kindsgrab entscheidet Jahresabschlussschießen für sich

Jüngst beendeten die jagdlichen Schützen mit dem Jahresabschlussschießen offiziell die Saison. Ganz oben auf dem Treppchen landete Ulrich Kindsgrab (Hegering Extertal) vor Thomas Menzel (Kalletal) und Henrik Lott (Windwehe). Geschossen wurde in Krentrup mit der Kugel, in Lückhausen mit Schrot.

In memoriam Bernd Krey

Wir können es noch immer nicht glauben!

Es war erst Anfang 2022, als sich Bernd Krey dazu bereit erklärte, die Hegeringleitung von seinem Vorgänger Martin Schlue zu übernehmen. Bereits am 22. März 2022 wählten wir Bernd Krey zu unserem neuen Hegeringleiter. Es war gefühlt erst vor einer Woche.

Seit nunmehr eineinhalb Jahren vertrat Bernd unseren Hegering und startete mit viel Elan und Motivation in seine neue Aufgabe. Seine charmante und direkte Art motivierte uns dazu, die Dinge anders und neu zu denken, und manches auszuprobieren. Er schob den Vorstand an und belebte damit den gesamten Hegering neu. Bernds positive und fröhliche Energie war ansteckend. Er hatte immer ein offenes Ohr für unsere Belange und stets ein gutes und humorvolles Wort auf den Lippen. Auf ihn konnten wir uns jederzeit verlassen. Für seine Kameradschaft und Unterstützung sind wir ihm unendlich dankbar!

Umso schockierender ist auch für uns die Nachricht seines frühen Todes am 10. August 2023.

Bernd Krey machte 1995 den Jagdschein und war seit vielen Jahren Mitglied in der Kreisjägerschaft Lippe. Er war langjähriger Pächter des Jagdrevieres Augustdorf, Hundeführer und fester Bestandteil unserer Gemeinschaft und des Hegeringes. Er hat die Jagd in vielfältiger Weise unterstützt, liebte und lebte das Waidwerk. Bernd hat sprichwörtlich Spuren hinterlassen.

Der Familie und den Freunden spricht der Vorstand im Namen des Hegeringes Dörenschlucht, der Kreisjägerschaft Lippe und aller Jäger unsere Anteilnahme aus.

Waidmannsruh lieber Freund!

Der Vorstand des Hegerings Dörenschlucht

Lippische Jagdschützen räumen bei den Landesmeisterschaften ab

Gleich vier Landesmeistertitel und zahlreiche Top-Ten-Platzierungen errangen die lippischen Jagdschützen kürzlich bei den Landesmeisterschaften in Buke. Mit der Kurzwaffe waren Jens Bork und Monika Wegner erfolgreich, darüber hinaus landeten die Pistolen-Mannschaft und das B-Klasse-Team der Kreisjägerschaft (KJS) Lippe e.V. ganz oben auf dem Siegertreppchen.

Jens Bork (vorne links) und Monika Wegner sowie Schießobmann Henrik Lott und (hinten v. l.) Ulrich Kindsgrab, Udo Köhler, Namik Askin Sayir, Alexander Sprick und Tim Kiper.
Jens Bork (vorne links) und Monika Wegner sowie Schießobmann Henrik Lott und (hinten v. l.) Ulrich Kindsgrab, Udo Köhler, Namik Askin Sayir, Alexander Sprick und Tim Kiper

Jens Bork, der im vergangenen Jahr mit der NRW-Mannschaft Bundesmeister geworden war, gelang jetzt ein Doppelerfolg. Sowohl im Einzel als auch mit dem Team belegte er den 1. Platz. Nach vollen 50 Ring im Duell-Schießen konnte auch ein kleiner Wackler beim Fertigkeitsschießen den Routinier nicht ernsthaft aus der Ruhe bringen. Als bei einem Schuss der zigfach einstudierte Bewegungsablauf ruckelte und das Projektil nicht den Weg ins Zentrum fand, spornte der Ausreißer in die „7“ ihn noch mehr an: „Jetzt musst du 50 Ring im Schnellfeuer hinlegen!“ – und genau so geschah es. Sogar mit 2 Ring Vorsprung ging Bork schließlich ins Ziel. Übrigens gibt „der Meister“ sein Können bald in einem exklusiven Kurs weiter. Mit Borks Spitzenergebnis und einer geschlossenen Mannschaftsleistung katapultierten sich die lippischen Kurzwaffen-Schützen zum Landesmeistertitel. Christian Petig, Alexander Sprick, Ulrich Kindsgrab, Udo Köhler und Jens Bork siegten mit 739 Ring und einem komfortablen Vorsprung.

Ebenfalls den 1. Platz mit der Kurzwaffe belegte Monika Wegner unter den Frauen. Die einzige Starterin aus Lippe erzielte 177 Ring und lag damit deutlich vor der Zweitplatzierten (162). „Ich gehe immer vom Besten aus, wenn ich mich gut vorbereitet fühle.“, so die Teilnehmerin aus Lipperreihe. Offensichtlich galt diese Einstellung auch für das Schießen mit den Langwaffen. Mit Büchse und Flinte gelang ihr in der Kombination ein 7. Platz bei den Frauen. Aber der Tag hatte noch mehr auf Lager, denn mit ihrem Ergebnis führte sie die lippische B-Klasse-Mannschaft ebenfalls zum Landesmeistertitel. Gemeinsam mit Alexander Steiger, Namik Askin Sayir, Christoph Schröder und Tim Kiper ließ Wegner die landesweite Konkurrenz hinter sich.

Weitere Platzierungen unter den ersten Zehn rundeten das lippische Traumergebnis ab. Alexander Sprick wurde in der Altersklasse 3. mit der Büchse und 4. in der Gesamtwertung. Christian Petig landete mit 193 Ring mit der Büchse in der Klasse A auf dem 10. Platz, während der Sieger auch nur zwei Ring mehr verbuchen konnte. Bei den Junioren stanzte Nico Wegner 186 Ring in die Scheiben, die einen tollen 5. Platz sicherten. Und bei den Senioren ließ Ulrich Kindsgrab mit der Flinte nur drei von 30 Wurfscheiben unversehrt entkommen, was den 7. Platz einbrachte.

Schießsportleiter Henrik Lott, der mit 330 Punkten in der Gesamtwertung der 334 Teilnehmenden einen exzellenten 7. Platz belegte und mit der Flinte 9. wurde, kommentierte die Titelflut mit ostwestfälischem Understatement: „Vier Landesmeister: Das ist schon gut!“ KJS-Vorsitzender Dirk Reese zeigte sich begeistert: „Die KJS gratuliert dem Jagdschützen-Team. Titel und Platzierungen sind Ausdruck in Krentrup und Lückhausen gezeigter Trainingsdisziplin und im Wettkampf bewiesener Nervenstärke – klasse!“ Das Quartett Wegner, Bork, Sprick und Lott vertritt die Kreisjägerschaft und lippischen Farben im September bei den Bundesmeisterschaften in Freiburg.

Alle Ergebnisse der Landesmeisterschaften hier.



1.000 Hunde in zwölf Jahren geprüft: Andreas Niemeier als Jagdhundeobmann verabschiedet

„Ich bin nicht weg, sondern mache es wie die Politiker und werde Berater im Hundewesen“, scherzte Andreas Niemeier anlässlich seiner Verabschiedung durch die Kreisjägerschaft Lippe e.V. 13 Jahre lang fungierte er erfolgreich als Obmann für Jagdgebrauchshundwesen, organisierte in dieser Zeit Prüfungen für mehr als 1.000 Hunde aller Rassen vom Teckel bis zum Weimaraner.

Laudator Albrecht Brockmeier hob als besonderes Verdienst Niemeiers dessen Aufbauleistungen für ein einmaliges Lehrgangs- und Prüfungswesen in Ostwestfalen hervor. KJS-Vorsitzender Dirk Reese überreichte Niemeier für sein außergewöhnliches Engagement das Leistungsabzeichen in Bronze des Jagdgebrauchshundverbands und einen Präsentkorb sowie Blumen für seine Ehefrau Heidi Niemeier, die stets erfolgreich mitwirkte. In seinem letzten Jahresbericht bilanzierte Niemeier einen „Wahnsinnszulauf“ im Hundewesen mit 138 geprüften Vierbeinern 2022.

Zu Niemeiers Nachfolger bestimmte die Versammlung der Kreisjägerschaft in der Gaststätte Marpetal Sascha Skoruppa aus Bad Salzuflen. Neuer KJS-Schatzmeister ist Marc Remmert, der die Nachfolge Stefan Arzners jetzt auch offiziell übernimmt. Alle vier sind Aushängeschilder ehrenamtlichen Engagements für das Geschäftsstellenleiterin Sabine Beck bei der Zusammenkunft warb, um die Arbeit der Hegeringe, der KJS und auf dem Schießstand in Krentrup zu unterstützen.

Einen starken Jahresbericht legte Jan Husemann, Obmann Lernort Natur, vor: 25 Einsätze absolvierte die „Rollende Waldschule“ im laufenden Jahr, weitere 31 stehen noch im Kalender, um Kindern die heimische Natur mit Fauna und Flora näher zu bringen. Einige Mitglieder wurden für langjährige Mitgliedschaften geehrt: Friedrich-Wilhelm Reineke (75 Jahre), August Hanken (65), Ekkehard Mönch und Günter Harmel (50) sowie Jochen Rath und der KJS-Vorsitzende Dirk Reese (40).

Kreisjagdberater Hermann Kaiser unterrichtete über die Jagdstrecke 2022/23, die starke Zuwächse bei Damwild (+ 42,11 %), Rehwild (+ 37,87 %), Fuchs (+ 39,39 %) und Waschbär (+ 33,9 %), bei Wildschweinen dagegen mit 1.934 Stück die schwächste Bilanz seit 2014/15 verzeichnet. Bei den Rehen stieg der Fallwildanteil durch den Autoverkehr von 20,56 auf 28,79 % (= 1.477 Rehe), was mit dem Wiederaufleben des Individualverkehrs nach dem Rückgang Corona-bedingter Home-Office-Tätigkeiten erklärt werden kann. Auch 296 Hasen mussten auf dem Asphalt ihr Leben lassen.

Die diesjährige Jägerprüfung absolvierten 29 Prüflinge erfolgreich, einer fiel beim Schießen durch, acht weitere im mündlichen-praktischen Teil. Jagdschulleiter Günter Harmel wies hierbei auf die anstehenden Nachprüfungen hin. Der seit 2019 als Schweißhundführer anerkannte Arnd Ostmann (Schlangen) berichtete aus seiner Arbeit und gab wertvolle Tipps, um Nachsuchen auf verletztes Wild u. a. nach KFZ-Kollisionen nicht zu erschweren. Eine besondere Herausforderung stellen inzwischen Kalamitätsflächen dar, die nach dem vollständigen Verlust des Waldbestandes auch mit dichtem Brombeerverhauen großflächig verbuschen und undurchdringlich werden.

Jochen Rath, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit


Der gute Ton ist immer noch gefragt

Viele Dinge ändern sich, zuweilen unterwirft man sich dem Zeitgeist. Diese Tendenz macht auch vor der Jagd nicht halt. Aber allen modernen Kommunikationsmitteln zum Trotz gibt sie immer noch, die traditionellen Klänge des Jagdhorns. Wer es schon einmal versucht hat, der weiss, dass es gar nicht so einfach ist diesem Horn wohlklingende Töne zu entlocken, die als Botschaften bei Gesellschaftsjagden fungieren können, oder auch andächtige Stimmung etwa beim Streckelegen erzeugen.

Umso erfreulicher ist es, dass es in diesem Jahr nach der erzwungenen Coronapause wieder einmal gelungen ist, eine gemeinsame Prüfung zur Erlangung des Bläserhutabzeichens der KJS Hubertus Bielefeld e.V. und der KJS Lippe e.V. abzuhalten. Die beiden Kreisobleute für jagdliches Brauchtum, Burkhard Grünhoff und Christian Weigert, bildeten zusammen mit dem Vorstandsmitglied der KJS Lippe, Sabine Beck, den Prüfungsausschuss. Die Prüfung fand am 26. April im Schulungsraum der Schießanlage Krentrup in Leopoldshöhe statt.

Rund ein halbes Jahr hatten sich die insgesamt 17 Prüflinge (zwölf aus Lippe, fünf aus Bielefeld) in den Vorbereitungskursen der beiden Jägerschaften intensiv vorbereitet, sich gegenseitig Mut gemacht und mit viel Freude an der Sache die geforderten 15 Prüfungssignale eingeübt. Alle haben durchweg gut bis sehr gut die Prüfung gemeistert, und so konnten am Ende 17 frisch geprüfte Träger des Bläserhutabzeichens gemeinsam „Zum Essen“ blasen um den gelungenen Abend bei Bratwurst und Kaltgetränk ausklingen zu lassen.

Christian Weigert und Sabine Beck, Obleute für Jagdliches Brauchtum


Alexander Sprick Kreismeister der KJS Lippe 

Den Gesamtsieg bei der Kreismeisterschaft im Jagdlichen Schießen auf den Schießständen Krentrup und Lückhausen trug Alexander Sprick (314 Punkte) davon, dem auch das beste Tagesergebnis mit der Büchse (194) gelang. Der Silberrang ging an Ulrich Kindsgrab (310), Platz 3 an Rüdiger Petig (306).

Die einzelnen Leistungs- und Altersklassentitel sicherten sich Christian Meyer zu Hölsen (A, 301), Sascha Wegner (B, 292), Nico Wegner (Junioren, 295), Alexander Sprick (Altersklasse) und Ulrich Kindsgrab (Senioren), der zusätzlich die Gesamtwertung Flinte mit 27/3 für sich entschied. Den Kurzwaffentitel errang Jens Bork (193 Ring) vor Christian Petig und Alexander Sprick (jeweils 183). Tim Kiper oblag die Schießleitung.

Tim Kiper, stellv. Obmann Jagdliches Schießen


„Kommissar Irex“ im Einsatz: Jagdhunde bei der Jungwildsuche während der Mahd

Cuno kann es, Irex auch, die vier Monate alte Lissi will es noch lernen. Ohne Lupe, sondern mit feiner Nase stöbern ausgebildete Jagdhunde Rehkitze, deren Fluchtinstinkt noch nicht entwickelt ist, und anderes Jungwild wie Hase und Fasan in Wiesen auf, bevor diese gemäht und die Wildtiere Opfer der Mähwerke werden.

Trotz des zunehmenden erfolgreichen Einsatzes von Drohnen mit Wärmebildkameras bleiben Jagdhunde aus mehrerlei Gründen bei der Suche ungebrochen wertvoll und wichtig. Jährlich im Mai/Juni findet im Kreis Lippe der erste Wiesenschnitt statt:  Etwa 8.000 Hektar Grünland werden gemäht – das entspricht einer Fläche von rund 11.200 Fußballfeldern.

„Die Jägerschaft setzt seit Jahrzehnten Jagdhunde ein, um Rehkitze und andere Jungtiere in teilweise hüfthoch bewachsenen Wiesen zu finden und anschließend in Kisten vorübergehend zu sichern. Das gilt für alle Jagdbezirke in Lippe, die Grünland aufweisen“, sagt der neue KJS-Obmann für Jagdgebrauchshundwesen Sascha Skoruppa aus Bad Salzuflen. Die kleinen Kitze, aber auch junge Hasen, Küken und Gelege von Fasan, Rebhuhn und anderen Bodenbrütern sind während der ersten Mahd stark gefährdet, wenn hektarweise Wiesen mit immer schnelleren Maschinen und zunehmend breiteren Mähwerken abgeerntet werden. Sein Vorgänger Andreas Niemeier aus Lage pflichtet ihm bei: „Die Jägerschaft betreibt ehrenamtlich großen Aufwand, um Verletzungen, Qualen und Verluste zu vermeiden. Die Installation vergrämend wirkender Radios und Luftballons, Beobachtung der Wiesen am Vorabend und die Suche, unmittelbar bevor die Mähwerke zum Einsatz kommen, sind selbstverständlich, aber auch zeitintensiv. Wir machen das gern, jedoch nicht, um anschließend wieder mehr Rehe schießen zu dürfen. Wir betreiben konsequenten und praktischen Tierschutz.“ Die zur Suche verpflichteten Landnutzer, also Landwirte oder deren Pächter, haben ein weiteres Interesse am Einsatz, denn Kadaver gelangen sonst in das geerntete Gras und machen es unbrauchbar.

Die ebenfalls ehrenamtlich aktive Gruppe „Save the Kitz e.V.“ setzt im Kreisgebiet mit enormem Erfolg Drohnen mit Wärmebildkameras ein und erfährt hierbei Unterstützung von der Kreisjägerschaft (KJS) Lippe e.V. Die KJS hat zuletzt zwei Drohnenbeschaffungen abgewickelt, ein Förderantrag für zwei weitere ist für dieses Jahr gestellt worden. 29 der 41 Drohnenpiloten kommen aus der lippischen Jägerschaft. Der Drohneneinsatz kommt allerdings derzeit noch an Kapazitätsgrenzen, da Drohnen und Piloten fehlen, um alle 8.000 Hektar abzufliegen – 2022 konnte „Save the Kitz“ dennoch knapp 3.300 Hektar befliegen und mit berechtigtem Stolz melden, 629 Kitze gerettet zu haben.

Disziplinierte Jagdhunde wie der Deutsch Drahthaar-Rüde Cuno vom Kalletal und der Kleine Münsterländer-Rüde Irex von der Lette bleiben dennoch wichtig, um mit ihrem ausgeprägten Finderwillen und notwendiger Ruhe die Kitze aufzuspüren und anzuzeigen. Die junge Lissi von der Lette wird von Christian Meyer zu Hölsen an diese Arbeit herangeführt. Es scheint sich eine Art Arbeitsteilung abzuzeichnen: Auf großen Flächen kommen die Drohnen erfolgreich zum Einsatz, bei kleineren die Jagdhunde. Tier und Technik können auch kombiniert eingesetzt werden. Wenn Wärmebildkameras bei steigenden Außentemperaturen Kitze und anderes Jungwild nicht mehr zuverlässig anzeigen, suchen Jagdhunde anschließend die Restflächen ab. Auch kleines, von Gras bedecktes Wild wittert die feine Hundenase, während die Kamera dieses nicht immer zuverlässig detektieren kann. Außerdem bereitet stärkerer Wind den jagdlich ausgebildeten Vierbeinern keine Probleme, während die Drohnen hier empfindlicher reagieren.

Einen Wunsch hat die Jägerschaft abschließend an die Bevölkerung, so KJS-Vorsitzender Dirk Reese: „Lassen Sie bitte Kartons und Kisten, die eindeutig beschriftet sind, unangetastet und öffnen sie diese nicht. Zu früh freigelassene Kitze suchen die nächste Deckung auf. Und das ist meist die als abgesucht geltende Wiese. Kürzlich ist dieses bei Preußisch Ströhen passiert: Ein eigentlich gesichertes Kitz wurde unnötig getötet. Kitz und Ricke, also das Mutterreh, finden immer wieder zueinander.“


Jochen Rath, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit


Stellungnahme der Kreisjägerschaft Lippe e.V. v. 21. Februar 2023 zur Modernisierung und Erweiterung der Wurfscheibenschießanlage in Lage-Hagen/Lückhausen durch den Jagdlichen Wurfscheibenclub Lippe e.V.

Die Kreisjägerschaft Lippe e.V. spricht sich ausdrücklich für die Modernisierung und die zukunftsfähige Ausgestaltung der Wurfscheibenschießanlage in Lage-Hagen/Lückhausen aus.

Aus diesem Grunde und zur Sicherung der Ausbildungs- und Übungsmöglichkeit haben der Wurftaubenclub und die Kreisjägerschaft einen Vertrag über die Nutzung der Schießanlage geschlossen. Dieser sichert für unsere Mitglieder gegen Vorlage ihres Mitgliedsausweises die Möglichkeit, die Schießanlage – inklusive des noch zu errichtenden Parcoursstandes – gegen ein Nutzungsentgelt zum jagdlichen Ausbildungs- und Übungsschießen zu nutzen.

In welchem Umfang die Schießanlage durch unsere Mitglieder tatsächlich genutzt wird, kann von uns selbstverständlich nicht nachgehalten werden. Diesbezüglich werden seitens der Kreisjägerschaft Lippe e.V. keine Daten erhoben. Als Kreisjägerschaft ist uns jedoch daran gelegen, dass unseren Mitgliedern auch in Zukunft eine zeitgemäße Möglichkeit zum Training jagdlicher Schießfertigkeiten zur Verfügung steht. Denn es geht um nicht weniger als die Fertigkeit im Jagdbetrieb sicher und tierschutzgerecht Schüsse auf Wild abgeben zu können. Dies ist sowohl ethisch, als auch nach den gesetzlich verankerten Grundsätzen des Tierschutzes und der Waidgerechtigkeit für jeden Jäger und jede Jägerin geboten. Daneben sind bei der Jagdausübung immer auch die Erfordernisse der öffentlichen Sicherheit zu beachten. Bei der Handhabung der Waffen darf niemand gefährdet werden. Auch dies erfordert kontinuierliches Training im Umgang mit der eigenen Waffe.

Wenngleich derzeit ein Schießübungsnachweis für die Jagdausübung mit der Flinte noch nicht gesetzlich verpflichten geregelt ist, so ist in Zukunft damit zu rechnen, dass auch ein solcher Übungsnachweis verpflichtend zu erbringen sein wird. In anderen Bundesländern, wie beispielsweise Niedersachsen, ist dies bereits der Fall.

Das Flintenschießen gehört – auch ohne eine gesetzlich normierte Übungsverpflichtung – zu den jagdlichen Grundfertigkeiten, in denen sowohl Jungjägerinnen und Jungjäger, als auch erfahrene Jägerinnen und Jäger geübt sein sollten. Neben unserer Schießstandanlage in Krentrup, auf der mit dem sog. Kipphasen allerdings nur eine eingeschränkte Möglichkeit zum Trainieren des Flintenschießens gegeben ist, ist deshalb auch die Übungsmöglichkeit auf der Wurfscheibenanlagen mit Ihren vielfältigen Übungsmöglichkeiten im dynamischen Flintenschießen unerlässlich. Sowohl heute, als auch in Zukunft, ist es daher wichtig, dass unsere Mitglieder in räumlicher Nähe zu ihrem Wohnort ihre Schießfertigkeiten trainieren können. Der Zugang zu dieser Übungsmöglichkeit sollte so niederschwellig wie möglich gestalten sein. Dies halten wir im Übrigen auch im Hinblick auf Ressourcenschonung und Umweltschutz für geboten. Lange Fahrten zu den Trainingsplätzen sind so vermeidbar.

Des Weiteren sind wir zur Durchführung unserer Wettkämpfe im jagdlichen Schießen wie etwa Kreismeisterschaften, Hegeringwettbewerbe oder Jahresabschlussschießen zwingend auf diesen Standort angewiesen. Eine regelmäßige Teilnahme am jagdlichen Schießen soll dazu führen, dass jeder Jäger und jede Jägerin sowohl den gesetzlichen, als auch den gesellschaftlich gesetzten Forderungen nach einer sicheren und tierschutzgerechten Jagdausübung in steigendem Maße entsprechen kann. Über diese Wettkämpfe können sich unsere Mitglieder, insbesondere unsere Jagdschützen aus den Jugend-, Jagdschützen- und Damenmannschaften, zudem für die Bezirks-, Landes- und Bundesmeisterschaften des Deutschen Jagdverbandes qualifizieren.

Kreisjägerschaft Lippe e.V.

Der Vorstand


Erfolgreiches KJS-Kurzwaffen-Seminar 

Im März bot die KJS Lippe e.V. ein Kurzwaffenseminar für zwölf Teilnehmer an. Das Seminar war bereits elf Minuten nach dem Anmeldestart ausgebucht. Organisiert und begleitet wurde es unter anderem von einem erfahrenen Schießtrainer der Polizei.

Im Fokus standen der intensivierte Umgang mit der eigenen Kurzwaffe sowie die Verbesserung der Treffpunktlage. Im Verlauf des dreistündigen Seminars absolvierte jeder Teilnehmer sechs Schießübungen. Diese bezogen sich auf die jagdliche Praxis und steigerten sich in ihrer Schwierigkeit. So wurden das einhändige Schießen oder das selektive Beschießen von bunten Zielen auf Zuruf trainiert. In der Abschlussübung beschossen die Teilnehmer dann mit ihren Kurzwaffen im Dunkeln ein bewegliches Ziel unter Einsatz ihrer Taschenlampen. 
Alle Teilnehmer konnten im Verlauf des Seminars ihre Treffpunktlage deutlich verbessern. Nach dem praktischen Seminarteil mit rund 600 Schuss wurden noch Fangschusssituationen besprochen. Vielen Dank an die Teilnehmer für das motivierte Mitmachen. 

Lisa Meyer-Huxhage, Obfrau für Junge Jäger 

Cord Huxhage, Schießstandbeauftragter